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Haben Elefanten eine Chance zu überleben?
Die Elefanten sind sehr sensible, intelligente und wunderbare Tiere. Die Menschen haben die meisten natürlichen Lebensgrundlagen, die Urwälder zerstört und die Elefanten können ohne menschliche Hilfe nicht mehr überleben. Die Bewohner der Dörfer haben die Bäume umgehackt und das Teakholz verkauft, oder ganze Wälder niedergebrannt und Felder gemacht für ihre Reis- und Ananasplantagen. Die Elefanten kamen zurück, frassen die Ananas und zerstörten die Felder. Das war ihr Land, das Land ihrer Väter und Grossväter. Aber als die Elefanten zurückkamen, klagten die Bauern über ihre Verluste, die Elefanten wurden bekämpft erschossen und vergiftetet. In einem Fall verbrannten sie einen Elefanten bei lebendigem Leib! Es gibt Leute hier, die die Situation erkennen und versuchen zu helfen, damit die Elefanten überleben können. Eine Frau, Lek (ihr Name bedeutet "klein") die im Touristen-Business arbeitete, erkannte die Situation der Elefanten, Elefanten-Camps und die Zustände, die hier herrschten. Sie brachte damals Touristen zu den Elefanten-Shows und sah, wie beim Training die Elefanten geschlagen und mit Messern gestochen wurden, damit sie ihre Sache gut machten. Unmögliche Kunststücke wurden von ihnen verlangt, die gegen ihre Natur gingen, aber Elefanten sind teuer und "the show must go on"! Sie versuchte, den Elefanten zu helfen und sprach mit den Besitzern, aber das einzige was sie herausfand war, dass der Hauptzweck der Elefanten ist, Geld zu verdienen für ihre Besitzer und sie reich zu machen. Der Elefant ist ein Symbol für Reichtum, der "Elefantengott Ganesh" ist der Herr der Hindernisse und des Reichtums. Einige Elefanten arbeiten sogar Tag und Nacht. In der Nacht marschieren sie über die Berge mit illegalen Frachten, und jedermann weiss wohl, was hier im sogenannten "Goldenen Dreieck" vor sich geht. Damit sie nicht müde werden, gibt man ihnen Amphetamine und so arbeiten sie Tag und Nacht, manchmal sogar ganz ohne Schlaf. Der Dschungel ist nachts gefährlich, weil dann die Schlangen und Skorpione jagen, und manchmal gab es Elefanten, die gebissen wurden. Die Elefanten können dann vor Müdigkeit die Augen nicht mehr offen halten. Sie werden rot, geschwollen und schmerzten, aber es wird keine Rücksicht genommen. Eine Elefantenmutter, die ein Junges hat, sollte für zwei Jahre nicht arbeiten und schwere Lasten tragen, sondern sich um das Baby kümmern. Da in dieser Zeit kein Geld hereinkommt, wird manches Elefantenjunge getötet, damit die Mutter weiterarbeitet. Lek fand schliesslich einen Freund, der ein neues Camp aufbaute, und sie kauften Elefanten, die misshandelt wurden. Aber kaum nach der Eröffnung wurde das Camp niedergebrannt und die Elefanten vergiftet. Schliesslich (am 29. Jan. 97) wurde Lek's Freund angeschossen und musste ins Spital, wo eine teure Operation notwendig war, um sein Leben zu retten (½ Million Baht - ein Arbeiterlohn hier ist 4000-6000 Baht/Monat), aber er ist invalid für den Rest seines Lebens. Da endlich griff die Polizei ein, der Verbrecher wurde festgenommen, und es wird auch in anderen Fällen nachgeforscht. Schliesslich hat Lek ihr eigenes Haus und Auto verkauft und begann mit ihrer Familie, ein neues Camp aufzubauen. Anfangs hatte sie Probleme, weil ihre Familie Angst hatte - sie hatten sehr reale Gründe, aber der Traum wurde Wirklichkeit, sie haben es geschafft, den "Elephant Nature Park" zu verwirklichen. Sie haben jetzt ca. 30 Elefanten, jeder kostete zwischen 2-300'000 Baht und jeder einzelne hat seine traurige "Story". Ein ausgewachsener Elefant braucht pro Tag 300 kg Futter. Im "Elephant Nature Park" arbeiten die Elefanten nur je 2 Std. pro Tag. Am Morgen kommen sie mit dem Mahout (Betreuer) zurück aus dem Dschungel, wo sie übernachten, zum Bade im Fluss. Jeder Elefant hat einen "Mahout", der mit ihnen lebt, denn da sie nicht mehr in ihrer sozialen Ordnung leben, brauchen sie einen Menschen, der sie pflegt. Ein Mahout lebt meistens sein ganzes Leben mit demselben Elefanten. Um diese Zeit kommen auch die ersten Touristen, um das Elefantenbad zu beobachten. Dann folgt eine kurze Elefantenshow, und man kann beobachten, wie viel Spass vor allem die jungen Elefanten an der Vorführung haben. Sie geniessen auch den Applaus und besonders dann die "Belohnungs-Bananen". Sie tun nur Dinge, die ihnen Spass machen. Es werden keine Kunststücke verlangt, die gegen ihre Natur gehen. Danach gibt es einen ca. einstündigen Ritt auf den Elefanten entlang dem Fluss durch den noch bestehenden Dschungel. Dann steigen die Leute um auf einen Ochsenkarren, der sie zurück bringt ins Camp. Auch jeder Ochse im "Elephant Nature Park" hat eine Geschichte. Früher arbeiteten die Ochsen auf den Feldern der Reisbauern. Aber jetzt haben die Maschinen die Arbeit übernommen, die Ochsen haben ausgedient und werden geschlachtet. Das Touristen Geschäft deckt einen Teil der Unterhaltskosten, aber lange nicht alles. Es gibt nämlich noch ein Projekt: die Elefanten Ambulanz. Das einzige Spital, in dem Elefanten behandelt werden können, ist südlich von Chiang Mai. Allein der Transport dorthin kostet mindestens 10'000 Baht. (Das ist mehr als das Doppelte vom monatlichen Durchschnittslohn eines Arbeiters hier). Erschwerend hinzu kommt, dass viele Angst haben, einen Elefanten ins Spital zu bringen. Es werden dort Fragen gestellt, und viele sind in illegale Geschäfte verwickelt. Und schliesslich: ein Elefant sollte Geld bringen und nicht Geld kosten.
![]() Bunma who stepped into a broken bottle. Hier will ich kurz drei Stories von Elefanten erzählen, die aber nur drei Beispiele von Tausenden sind. Bun-ma trat an einem Fest in einen zerbrochenen, nach oben gezackten Flaschenboden von einer weggeworfenen Flasche. Zuerst merkte der Besitzer nichts, dann fing der Elefant an zu hinken. Als die Infektion immer schlimmer wurde, und der Elefant nicht mehr laufen konnte, wurde er schliesslich ins Spital gebracht. Er wurde operiert und man weiss noch nicht, ob er sich total erholen wird. Mae Katschan (Mae = Mutter, 42j) lebte in einem Elefanten-Show-Camp, wurde in einen Kampf mit anderen Elefanten verwickelt und verletzt. Auch sie wurde nicht gleich ins Hospital gebracht sondern erst, als sich ihre Verletzungen entzündet waren und sie bei der Show nicht mehr mitmachen konnte. Auf dem Transport ins Spital brach sie ein Bein, weil die Befestigung des Tieres nicht korrekt angebracht war. Im Camp hatte Mae Katschan gelernt, zu salutieren und sich vor dem Publikum zu verneigen. Jedesmal, wenn sich ihr jemand näherte, verbeugte sie sich unter grossen Schmerzen. Sie war es gewohnt, dass sie bestraft wurde, wenn sie sich nicht verbeugte. Mae Katschan wurde schliesslich operiert, aber bei ihr kam die Hilfe zu spät, sie starb 2 Wochen später.
![]() Pepsi was poisened by the pesticides from the vegetables. Pepsi war ein junger Elefant von 7½ Jahren als er von einem reichen Mann gekauft wurde, der aus Vergnügen und Prestige wilde Tiere kaufte. Leider hatten die Leute dort keine grossen Kenntnisse davon, wie man einen Elefanten füttert. Pepsi wurde hauptsächlich mit Gurken, Karotten und Kohl gefüttert. Doch das Gemüse, das auf dem Markt gekauft wurde, wurde nicht gewaschen. Man warf das Futter für Pepsi einfach in eine Ecke. Nach 6 Monaten bekam Pepsi Durchfall. Das wurde jedoch kaum bemerkt und nicht ernst genommen. Später bekam er Fieber und Husten. Es wurde immer schlimmer, bis er schliesslich umfiel und nicht mehr aufstehen konnte. Da endlich wurde er ins Hospital gebracht. Die ungewaschene Nahrung, die er bekommen hatte, war mit so viel Pestiziden gespritzt, dass Pepsi total vergiftet war. Seine Knochen waren wie Gummi, und Pepsi hing in einem Kran. Er wollte nicht sterben und bettelte um sein Leben. Pepsi weinte Tränen. Man startete ein Schwimmprogramm mit ihm, und er wedelte mit dem Schwanz vor Freude, wenn er ins Schwimmbecken durfte. Aber trotz guter Pflege, den gesunden Bananen und dem guten Futter, das er jetzt bekam, war es zu spät. Sein Körper konnte das Futter nicht mehr verdauen, und er verhungerte buchstäblich. Er starb mit 9 Jahren. Ich habe Lek mehrmals diese Story von Pepsi erzählen hören. Sie hat jedesmal geweint und gesagt, sie werde nie den Blick von Pepsi vergessen, wie er um sein Leben gebettelt hatte. Auch mir hat diese Geschichte so tiefen Eindruck gemacht, dass ich diese Kampagne hier starte. Ich habe immer die Elefanten geliebt, aber früher aus der Ferne. Jetzt gehe ich regelmässig ins Camp mit Körben voller Bananen und anderen Leckerbissen und füttere die Elefanten. Auch eine Elefantenmutter mit verletztem Rüssel, der man die Bananen direkt ins Maul stecken muss ist dort. Das war eine spezielle Erfahrung, dieser riesige Elefant hob den Rüssel und sperrte das Maul auf , mir stockte zuerst vor Schreck der Atem, doch dann, als ich mich überwunden hatte und den Mut aufbrachte, die Bananen direkt in ihren Schlund, zu legen, habe ich die letzte Scheu vor diesen grossartigen Tieren überwunden und eine wunderbare Erfahrung der Zuneigung machen dürfen. Wir suchen nun Menschen, die Elefanten lieben, die den Wert dieser liebenswerten Kreaturen schätzen und uns helfen, damit wir hier den Elefanten helfen können und die fahrbare Elefantenambulanz Wirklichkeit wird. Zwei belgische Tierärzte, die beide hier im Tierspital arbeiteten, sind nun in Belgien, um Medikamente und Narkosegewehre zu kaufen. Sie werden zurückkommen, um mit Lek zusammen zu arbeiten. Wir haben einen Internationalen Elefanten-Fan-Club (SOMA-Elephant Club) gegründet. Vierteljährlich wird ein zweisprachiges Info-Bulletin (Englisch und Deutsch) mit den News von unseren Fortschritten und Neuerungen verschickt. Wir möchten alle Elefantenfans einladen, einmal eine Reise hierher zu planen, um uns zu besuchen und an Ort und Stelle mit den Elefanten vertraut zu werden. Wir planen einige Bambushütten zu bauen, damit im nächsten Jahr die Gäste direkt ein paar Tage im Camp erleben können. Je nach Mut, besteht sogar die Möglichkeit ev. eine Nacht mit den Elefanten im Dschungel zu verbringen. Wer bereit wäre, in der Schweiz, Deutschland oder Österreich unsere Interessen zu vertreten, oder daran interessiert ist, uns zu helfen, wende sich bitte an folgende Adresse:
SOMA Center Thailand, Katharina Bless, Chiang Mai University, P.O. Box 85, Chiang Mai, 50202, Thailand; Phone/Fax ++66 53 276 981 Katharina Bless ist eine Schweizer Vegetarierin, die seit einigen Jahren in Chiang Mai/ Thailand lebt. Sie führt dort das kleine vegetarische Restaurant 'Oasis' und produziert einfache Naturheilmittel. Sie ist z.Z. sehr engagiert als Programm Koordinatorin bei den Vorbereitungen zum IVU Kongress '99. (SDL) |