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Study:
Mich interessierte ob es Unterschiede zwischen Vegetariern und Nichtvegetariern im Bereich der psychologischen Variablen gibt. Genauer gesagt untersuchte ich das Gesundheitsverhalten, Fßverhalten und die Persönlichkeitsmerkmale von Vegetariern und Nichtvegetariern. Aufgrund der vorhandenen Literatur ging ich davon aus, daß Vegetarier ein ausgeprägt positiveres Gesundheitsverhalten, im Bereich der Ernährung, dem Medikamenten-, Alkohol- und Nikotinkonsum, sowie der körperlichen Betätigung und dem Allgemeinen Wohlbefinden, aufweisen. In der Einstellung zur gesunden Ernährung, der Oralität (auf Mundstimulation gerichtete Tendenzen) und den Persönlichkeitsdimensionen Extraversion und Neurotizismus sollten sich ebenfalls Unterschiede zeigen. 20% Veg. belonged to a church Zur Testung der Hypothesen wurde eine Fragebogen-Erhebung an 156 Personen (85 Vegetarier und 71 Nichtvegetarier) im Alter von 16 bis 85 Jahren in Österreich, Deutschland und der Schweiz durchgeführt. Verwendete Testinstrumente dabei waren Teilbereiche aus dem Fragebogen zur Erfassung des Gesundheitsverhaltens (Dlugosch & Krieger, 1995), das Food-Preference-Inventory (Wolowitz, 1964) das Inventar zum Eßverhalten und Gewichtsproblemen (Diehl & Staufenbiel 1994), das Eysenck-Personality-Questionnaire (Eysenck & Eysenck, 1975) sowie selbst formulierte Fragen zur Erfassung der demographischen Variablen. Wie schon in der Untersuchung von Freeland-Graves et al. (1986) oder von Thefeld et al. (1986) war der Anteil der Lakto- bzw. Lakto-Ovo-Vegetarier am größten. Mit nur 8 Personen ist die Gruppe der Veganer erwartungsgemäß am kleinsten. Zu meiner Überraschung waren die befragten vegetarischen Probanden häufiger ledig als die nicht-vegetarischen. Der Anteil der Personen mit christlichen Religionsbekenntnis (Katholiken und Protestanten) ist bei den Vegetariern signifikant geringer, im Gegensatz dazu lassen sich mehr Personen ohne religiösen Bekenntnis in dieser Ernährungsgruppe finden. Freeland-Graves et al. (1986) fanden in ihrer Untersuchung nur halb so viele Vegetarier wie Nichtvegetarier, die traditionelle Religionsformen praktizierten, und nur 20 % der Vegetarier und 29 % der Nichtvegetarier waren Mitglied einer Kirche. In meiner Studie sind in der Gruppe der Vegetarier signifikant mehr Personen zu finden, deren höchste Schulbildung die Natura ist; allerdings tritt im abgeschlossenen Hochschulstudium kein Unterschied zwischen Vegetarier und Nichtvegetarier auf. Women’s eating habits healthier Wie in anderen Studien zeigte sich auch bei dieser, daß Vegetarier einen geringeren Body-Mass-Index (Körpermessung) haben als Nichtvegetarier. Zurückführen läßt sich diese Tatsache möglicherweise auf die kalorien- und fettärmere Ernährungsweise. Die Hypothese, daß sich Vegetarier und Nichtvegetarier im Ernährungsverhalten unterscheiden, konnte in dieser Untersuchung bestätigt werden. Nichtvegetarier zeigen ein risikoreicheres Ernährungsverhalten als Vegetarier. Innerhalb der Nichtvegetarier ernähren sich Männer weniger gesund als Frauen. Je jünger die Personen der Stichprobe sind, um so risikoreicher ernähren sie sich. Personen mit höherem Body-Mass-Index greifen eher zur Diäternährung. In der Untersuchung von Rolls et al. (1991) zeigte sich, daß Burschen schon in jungen Jahren mehr Fett, Salz und Zucker und Mädchen mehr Gemüse verzehren. Diese Tendenz bleibt im Erwachsenenalter bestehen. Frauen verhalten sich grundsätzlich gesundheitsförderlicher. Grund dafür könnte sein, daß Frauen für Aktivitäten und Maßnahmen, die der Gesundheit zugute kommen, offener sind und Anregungen zur Gesundheitsförderung eher annehmen. Eine im Jahr 1993 durchgeführte Untersuchung ergab, daß insbesondere Frauen und Personen mit höherem Ausbildungsgrad zur Konsumeinschränkung bei Fleisch und Wurst tendierten (Leitzmann & Hahn, 1996). Der grundsätzlich geringe Medikamentenkonsum brachte nur Unterschiede für schmerzstillende Medikamente zwischen den verschiedenen Ernährungsformen hervor. Demzufolge konsumieren Nichtvegetarier mehr schmerzstillende Medikamente als es Vegetarier tun. Vegans consume less alcohol and nicotine Es zeigte sich, daß jüngere Personen mit höherem Body-Mass-Index eher zu anregenden Medikanten greifen, während ältere Personen vermehrt beruhigende Medikamente konsumieren. Die konsumierte Menge an Alkohol und Nikotin ist bei den Vegetariern geringer als bei den Nichtvegetariern. Schon in der Berliner Vegetarierstudie von Thefeld et al. (1986) tranken Vegetarier weniger Alkohol als Nichtvegetarier. Vergleicht man die verschiedenen vegetarischen Untergruppen, so ist festzustellen, daß der Konsum dieser Genuß- und Suchtmittel bei den Veganern geringer ausgeprägt ist, als in den anderen vegetarischen Untergruppen. Men physically more active Im Ausmaß der körperlichen Betätigung konnte zwar zwischen den Frnährungsgruppen kein Unterschied gefunden werden, allerdings zeigte sich, daß Männer körperlich aktiver sind als Frauen. Im Schlafausmaß unterscheiden sich Vegetarier und Nichtvegetarier insofern, daß vegetarische Frauen ein höheres Schlafausmaß angeben als nichtvegetarische Frauen. Vegetarier und Nichtvegetarier unterscheiden sich nicht hinsichtlich Extraversion und Neurotizismus. Es bestätigte sich in dieser Untersuchung abermals, daß Frauen neurotischer sind als Männer. Hinsichtlich oraler Ausprägung konnte ich keinen Unterschied zwischen den Vegetariern und den Nichtvegetariern feststellen. Das bedeutet, daß weder Vegetarier noch Nichtvegetarier vermehrte mundstimulierende Tendenzen aufweisen. Auch Unterschiede in den Problemen des Eßverhaltens, sprich, daß Vegetarier eher zu Eßstörungen in der Form von Anorexia nervosa, Bulimia nervosa oder Adipositas neigen, konnten in dieser Untersuchung nicht gefunden werden. Es stellte sich allerdings heraus, daß jüngere und gebildetere Personen eher Probleme mit dem Essen und dem Gewicht bzw. der Figur aufweisen. Zusammenfassend kann man sagen, daß Unterschiede zwischen Vegetariern und Nichtvegetariern im Ernährungsverhalten, in der konsumierten Menge an Alkohol und Nikotin und in der positiveren Einstellung zur gesunden Ernährung gefunden wurden. Keine Unterschiede zwischen Vegetariern und Nichtvegetariern, allerdings zwischen den Geschlechtern ließen sich bei der körperlichen Aktivität, im Persönlichkeitsmerkmal Neurotizismus und im Bereich der Eßstörung (Frauen haben eher Probleme mit Figur und Gewicht) feststellen. Für weitere Studien zum Vegetarismus könnte es von Interesse sein, die schrittweise Entwicklung zum Vegetarier mit einzubeziehen, sowie die Gruppe der Nichtvegetarier ebenfalls in Untergruppen aufzusplittern (Personen die nur rotes Fleisch bzw. nur weißes Fleisch oder beides konsumieren). In meiner Untersuchung zum Vegetarismus bin ich auf viel Interesse von Seiten der interviewten Personen gestoßen. Fleischesser betrachten Vegetarier als entweder interessante oder völlig verrückte Personen; sie setzen sich aber kaum mit dieser Thematik persönlich auseinander. Jahrelange Gewohnheiten oder gesundheitliche Überzeugungen sind es, die einen Verzicht auf Fleisch unmöglich machen. Mir persönlich ist die Verbreitung der vegetarischen Ideologie jedoch ein großes Anliegen. Aus diesem Grund möchte ich auch nicht aufhören, meine Umgebung davon zu überzeugen, daß eine gesunde und ausgewogene Ernährung auch ohne Tierschlachtungen möglich ist. Zusammenfassung Den Ausgangspunkt für diese empirische Arbeit bildete einerseits die relativ umfangreiche Literatur zum Gesundheitsverhalten der Vegetarier und andererseits die praktisch unerforschten Persönlichkeitsmerkmale der Vegetarier. Von Interesse für diese Untersuchung war ein Vergleich zwischen Vegetariern und Nichtvegetariern. Für die vorliegende Untersuchung wurde angenommen, daß es Unterschiede gibt
Verwendete Testinstrumente dabei waren Teilbereiche aus dem Fragebogen zur Erfassung des Gesundheitsverhaltens (Dlugosch und Krieger, 1995), das Food-Preference-Inventory (Wolowitz, 1964), das Inventar zum Essverhalten und Gewichtsproblemen (Diehl und Staufenbiel, 1994), das Bßstörungs-Inventar (Diehl und Staufenbiel, 1994), das Eysenck-Personality-Questionnaire (Eysenck und Eysenck, 1975) sowie selbst formulierte Fragen zur Erfassung der demographischen Variablen. Bestätigt wurden vor allem
Einen Einfluß auf das gezügelte Eßverhalten hatte das Geschlecht (Frauen) und ein hoher Body-Mass-Index. Die Einstellung zur gesunden Ernährung steht eng im Zusammenhang mit der vegetarischen Ernährungsweise und dem Alter (ältere Personen haben eine bessere Einstellung zur gesunden Ernährung). Aufgrund der ungleichen Stichprobengrösse von Frauen und Männern kann es zu Verzerrungen bei den Geschlechtsunterschieden kommen. Mag. Martina Seewann, Strassgangerstrasse 58, A-8052 Graz
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