Man braucht nur ein paar Augenblicke um zu
erkennen, dass es im Hinblick auf Land, Wasser und Energie weitaus effizienter ist, sich pflanzlich zu ernähren
als von toten Tieren, die ihrerseits wieder große Pflanzenmengen verbrauchen, um ihren eigenen Stoffwechsel
aufrechtzuerhalten. Studien über die Gesundheit von Veganern (ohne tierische Produkte), anderen Vegetariern (nur
Milch und Eier) und Fleischessern haben außerdem zweifelsfrei gezeigt, dass Menschen, auch Kinder, ohne tierische
Produkte richtig gesund sein können. Neu ist die zunehmende Erkenntnis, dass wir die Grenzen der
Belastungsfähigkeit unserer Erde sprengen, und als Grund dafür die weit verbreitete Akzeptanz bei
internatinalen Körperschaften, dass wir uns weiterhin – und weltweit immer noch steigend – auf Tiere
als Nahrungsmittel verlassen.
Die Klimaerwärung wird immer mehr als Herausforderung für das 21.
Jahrhundert angesehen, und der kürzlich veröffentlichte Bericht der FAO (United Nations Food and Agriculture
Organisation) „Der lange Schatten der Tierhaltung“ lässt keinen Zweifel an der Bedeutung unseres
Ernährungsverhaltens in diesem Zusammenhang:
"Die Nutztierhaltung entpuppt sich als einer der drei
wichtigsten Faktoren hinsichtlich der schlimmsten Umweltprobleme, auf jeder Ebene von lokal bis global."
"Die Nutztierhaltung ... ist verantwortlich für 18% des Treibhausgasausstoßes gemessen in
CO2-Äquivalenten. Das ist ein größerer Anteil als der des Transportwesens." Die Nachfrage nach
Fleisch und Tierfutter vergrößert die Zerstörung der Wälder und den damit verbundenen
CO2-Ausstoß. Die Methanausscheidungen der Wiederkäuer sind ein weiterer Beitrag der Viehhaltung zum
Treibhauseffekt.
Obwohl es nur allzu offensichtlich ist, dass ein Umdenken notwenig ist, bleiben die meisten
Organisationen davon überzeugt, dass Viehhaltung immer zu unserem Lebensstil gehören wird. Die FAO hat den
schädlichen Einfluss der Tierhaltung erkannt und rechnet rotzdem damit, dass sich der Verbrauch von Milch und
Fleisch bis 2050 verdoppeln wird. Man hat das Problem erkannt, und die Lösung dafür ist mehr als
offensichtlich. Trotzdem scheint es, dass sich die Verantwortlichen dieser Welt keine Zukunft ohne Abhängigkeit
von Tierprodukten vorstellen können.
Aber, wenn wir uns eine solche Zukunft nicht vorstellen
können und auch nichts unternehmen, um sie Wirklichkeit werden zu lassen, werden wir
überhapt keine Zukunft mehr haben. Wenn wir den Sprung jedoch schnell genug wagen, können wir
später mit Genugtuung auf Generationen zurückblicken, die im Hinblick auf die einzig vorstellbare Zukunft
blind waren, in der ein Fleisch essender Umweltschützer genauso absurd erscheint wie ein Sklavenbesitzer, der
für die Gleichberechtigung eintritt.
Renato Pichler
President
European Vegetarian Union
www.euroveg.eu
president@euroveg.eu